Einzigartige Möbelstücke – aus alt mach neu

Immer mehr Menschen entwickeln sich zu bewussten Verbrauchern, die ihr Konsumverhalten überdenken. Auch in der Wohnkultur bemerkt man diesen Trend, denn während es noch vor einigen Jahren regelmäßig eine neue Schrankwand geben musste, geht der Trend heute zum originellen Einzelstück mit gelebter Geschichte. Alte Möbelstücke vom Dachboden zu holen und wieder in Ehren zu halten ist genauso zeitgemäß, wie Kommoden und Stühle vom Flohmarkt zu ergattern und liebevoll zu restaurieren.

Der Trend hat einen Namen – Shabby Chic

Antiker Sessel

© Martin Poole/Lifesize/Thinkstock

Jeder Wohntrend braucht einen klangvollen Namen, und das gilt natürlich auch für diesen Fall. Der Trend, alten Möbeln zu neuem Glanz zu verhelfen, heißt Shabby Chic. Ursprünglich kam die Bewegung aus England und wollte eine originelle Alternative zu den kostspieligen Möbeln im antiken Stil sein. Der Stil der aufgearbeiteten Möbel wurde aber schnell so beliebt, dass inzwischen schon neue Möbel im „Used-Look“ in den Handel gekommen sind. Wer heute durch Möbelhäuser schlendert oder im Internet nach Möbeln stöbert, kommt an diesem Trend gar nicht mehr vorbei. Viel schöner sind aber echte Möbelstücke, die tatsächlich aus vergangenen Jahrzehnten stammen und jetzt mit neuen Farben und Lacken versehen wieder in die moderne Wohnkultur integriert werden. Omas altes Küchenbuffet ist heute also nicht mehr reif für den Sperrmüll, sondern wird in der modernen Wohnküche zum echten Hingucker.

Nachhaltigkeit mit recycelten Möbeln

Wer beim Möbelkauf besonderen Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit legt, kann auf recycelte Möbel zurückgreifen. Bei diesen werden beispielsweise Sperrmüllgüter, Holz von alten Möbeln und gebrauchte Stoffe verarbeitet. Daraus entstehen einzigartige Möbelstücke, ungewöhnliche Accessoires, Lampen und vieles mehr. Auch Möbel in verschiedenen Stilrichtungen können zu einem harmonischen Ganzen kombiniert werden, wenn man sie alle im gleichen Farbkonzept wählt. So bleibt die Einrichtung originell, bekommt aber trotzdem einen roten Faden.

Alte Möbel selbst aufarbeiten

Es gibt viele Möglichkeiten, alte Möbel aufzutreiben, etwa auf dem Flohmarkt, bei Haushaltsauflösungen oder sogar auf dem Sperrmüll. Die Kunst besteht darin, in alten Kommoden und Schränken das Potenzial zum neuen Prachtstück zu sehen! Die eigentliche Aufarbeitung ist dann einfacher, als viele denken. Zuerst müssen natürlich alte Lack- oder Farbschichten entfernt werden. Schleifpapier und Stahlwolle sind hier das richtige Werkzeug, bei mehreren Farbschichten empfiehlt sich Verdünner aus dem Baumarkt, der die Schichten anlöst, sodass sie mit einem Spachtel entfernt werden können. Da bei dieser Arbeit Staub und Dämpfe entstehen, sollte man in einer gut belüfteten Werkstatt oder gleich im Freien arbeiten. Falls einige Schubladen oder Schranktüren nicht mehr richtig schließen, ist jetzt der richtige Moment, sie zu schleifen oder abzuhobeln. Wenn das Möbelstück sauber, trocken und angeraut ist, kann es in seinem Naturzustand belassen oder gestrichen werden. Zum Restaurieren alter Möbel wird oft Schellack verwendet, Öle und durchscheinende Lasuren ergeben aber ebenfalls dekorative Effekte. Für das Finish kann das alte Möbelstück im neuen Look noch poliert werden.