Lernzimmer: So unterstützt die Einrichtung die Entwicklung des Kindes

In der wunderbaren Zeit der Schwangerschaft beschäftigen sich die zukünftigen Mamas und Papas unter anderem auch mit der Einrichtung des ersten Zimmers für das Baby. Dabei spielt die Optik häufig die größte Rolle, gefolgt von der praktischen Verwendung einzelner Möbelstücke und Plätze. Doch das Kinderzimmer kann mehr, unter anderem die Entwicklung des Kindes beeinflussen. Dabei können alle Entwicklungsbereiche beeinflusst werden: Die Motorik und die Sensorik des Kindes entwickeln sich täglich und werden massiv von der direkten Umwelt beeinflusst.

Taktile Sensorik fördern

Die Beschaffenheit jeder Oberfläche kann im Raum unterschiedlich gestaltet werden. Diese geben dem Kind die Möglichkeit, möglichst viel mit dem Körper zu erfahren. Es gehört zum Teilbereich der sensorischen Integration und vermeidet unter anderem die Entwicklung einer Hypersensibilität, die zu einer Auffälligkeit werden kann und das Kind an seiner Teilhabe im Alltag stört. Viele Kinder im Kindergartenalter entwickelt Abneigungen gegenüber haptischen Erfahrungen, z. B. gegen Nässe, besonders glatten oder rauen Oberflächen oder andere.  Durch das Anbieten verschiedenster Erfahrungen wird das Feingefühl am ganzen Körper erweitert und die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Abneigung wird reduziert. Auch Kinder mit bereits bestehenden hypersensiblen Reaktionen auf taktile Erfahrungen können mit der richtigen Einrichtung der Raumoberflächen in der Entwicklung unterstützt werden.

  • Tipp: Krabbeldecken sind z. B. eine tolle Möglichkeit, verschiedene Erfahrungen zu bieten. Zurzeit sind Krabbeldecken im Patchwork-Stil modern, verschiedene Stoffabschnitte werden z. B. unterschiedlich gefüllt, bestehen aus unterschiedlichen Stoffen oder sind mit Knistertüchern unterlegt.
Auch selbstgenähte Spielzeuge bereiten viel Freude und können mit unterschiedlichen Füllungen die Sensibilität fördern.

Auch selbstgenähte Spielzeuge bereiten viel Freude und können mit unterschiedlichen Füllungen die Sensibilität fördern. (©pixabay.com)

 

Feinmotorik fördern

Enorm viele Kinder sind in therapeutischer Behandlung wegen einer geminderten Feinmotorik. Diese wirkt sich nicht nur auf das Spiel, sondern auch zukünftig auf das Schriftbild aus, was zu Komplikationen in der schulischen Laufbahn führen kann. Die Feinmotorik wird durch Spiel und Umgang mit kleinen Dingen, feingesteuerten Bewegungen in den Fingern und im Handgelenk und Umgang mit einem Stift beeinflusst. Natürlich möchte man als Elternteil keine gefährlichen kleinen Gegenstände bei einem Kleinkind lassen, daher eignen sich für die Unterstützung der Feinmotorik z. B. Motorikschleifen, Bau- und Steckspiele sowie zahlreiche Pyramiden, Bretter und anderes, bevorzugt aus Holz hergestelltes Motorikspielzeug. Viele Artikel sind bereits ab den frühsten Monaten einsetzbar. Grundsätzlich sollte bei der Einrichtung des Kinderzimmers der Mehrwert der Einrichtungsgegenstände und des Spielzeugs hinterfragt werden.

  • Tipp: Viele Eltern denken, es wäre übertrieben, nur Lernspielzeug zu kaufen. Erfahrungsgemäß aber bekommt das Kind in jedem Fall jede Art Spielzeug vom familiären Umfeld geschenkt und hat grundsätzlich immer zu viele Spielsachen. Überlassen sie also das Kaufen der bunten Plastikpuppen, Plüschtieren und leuchtenden, klingelnden Spielzeugen der Verwandtschaft.
Das Umfeld des Kindes animiert zur Entwicklung.

Das Umfeld des Kindes animiert zur Entwicklung. (©pixabay.com)

 

Bewegung anregen und motivieren

Die Umgebung des Kindes kann die neugierigen kleinen Menschen zusät

zlich zur Aktivität animieren. Beginnend bei einem Mobile über der Babywiege sollte das Zimmer interessant und anregend, bunt und unterschiedlich eingerichtet werden. Viele bewegliche Objekte animieren das Kind zur Interaktion mit dem Umfeld und motivieren zur Aktivität. Ebenso finden Kinder toll, wenn sie etwas auslösen können, also eine Aktion ausführen, auf die eine Reaktion der Umwelt folgt. Dazu ist jede Art bewegliches Spielzeug geeignet.

Mit Farben arbeiten

Mädchen – rosa, Junge – Himmelblau: Das Schema ist zwar ein Klassiker, aber nicht besonders bedeutungsvoll für die Entwicklung der optischen Leistung des Kindes. Ebenso haben Farben eine Wirkung auf die Psyche des Menschen, es betrifft auch die Kinder. Ein Raum sollte nicht zur Reizüberflutung führen und zu viele Reize auf einmal aussenden.

Folgende Wirkung haben Farben auf Kinder:

  • Helles Grün: Diese Farbe ist beruhigend, positiv und entspannend. Kinder kommen besser zur Ruhe, haben einen tieferen und längeren Schlaf und sind insgesamt etwas ausgeglichener.
  • Lila: Diese Farbe fördert die Fantasie und wirkt verträumt und inspirierend.
  • Rot: Für große Flächen eine eher ungünstige Farbe, da sie sehr stark und unruhig ist. Rote Momente in der Gestaltung bieten eine Abwechslung und Anregung und kann dezent verwendet werden.
  • Gelb: Das Sonnengelb ist eine fröhliche, positive und motivierende Farbe, die gesundheitsfördernd und aktivierend auf das Kind wirkt.

Positiv ist letztendlich eine Mischung aus verschiedenen Farben und auch die schöne Optik sollte nicht komplett vom Nutzen überstrahlt werden. Das Wohlbefinden ist letztendlich der wichtigste Punkt in der Wohnraumgestaltung.

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